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König Ludwig II.

Ludwig II., der am 25. August 1845 auf Schloss Nymphenburg geboren wurde, war vom 10. März 1864 bis zu seinem Tod König von Bayern. Besondere Berühmtheit und Beliebtheit erlangte er durch den Bau seiner prächtigen Schlösser Neuschwanstein, Herrenchiemsee und Linderhof. Diese Schlösser und seine besondere Leidenschaft für die Sagen- und Märchenwelt sorgten dafür, dass er volkstümlich auch „Märchenkönig“ genannt wird.

Der als verträumt geltende Ludwig II., der sich später während seiner Zeit als König vor allem einen Ruf als großer Förderer der Kunst und Kultur erwarb, wurde als Sohn von König Maximilian II. und dessen Frau Marie am 25. August 1845 in Schloss Nymphenburg bei München geboren. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er zu großen Teilen auf Schloss Hohenschwangau, das sein Vater ursprünglich als Sommerresidenz für seine Familie erbauen ließ. Da seiner Frau Marie das Schloss und die schöne Landschaft des Allgäus aber so gut gefielen, verbrachte die Familie dann tatsächlich weite Teile des Jahres auf Hohenschwangau. Bei einem seiner Streifzüge durch die herrliche Landschaft, entdeckte der jugendliche Ludwig eines Tages die Ruinen der kleinen Burgen Vorderhohenschwangau und Hinterhohenschwangau, an deren Stelle er später sein prächtiges, weltberühmtes Schloss Neuschwanstein errichten ließ.

Im Jahre 1861, im Alter von 15 Jahren, erlebte Ludwig zum ersten Mal die Opern Tannhäuser und Lohengrin von Richard Wagner. Vermutlich erwuchs daraus seine besondere Faszination für die Werke Wagners und die darin thematisierte Sagen- und Märchenwelt. In seinen Schlössern findet man zahllose Motive, die ebenfalls die Sagen- und Märchenthematik aufgreifen. Nach dem Tode seines Vaters Maximilian II. am 10.März 1864, wird Ludwig II. mit nur 18 Jahren zum König von Bayern proklamiert. Von Beginn seiner Herrschaft an, machte er sich einen großen Namen als Förderer von Kunst und Kultur. Insbesondere Richard Wagner, den er kurz nach seiner Thronbesteigung persönlich kennenlernte, profitierte in der Folge davon. Zwischen den beiden Männern entwickelte sich eine innige Freundschaft und Ludwig II. ließ dem damals verschuldeten Wagner des Öfteren beträchtliche Geldsummen zukommen. Unter anderem finanzierte er dessen Musikdrama „Der Ring des Nibelungen“ und später auch das Richard-Wagner-Festspielhaus in Bayreuth. Trotzdem konnte Ludwig II. nicht verhindern, dass der unbeliebte Wagner, der sich mächtige Feinde gemacht hatte, München im Dezember 1865 verlassen musste. Der Freundschaft der beiden tat dies jedoch keinen Abbruch. Ludwigs Verehrung für Wagner wuchs weiter an und ab 1872 ließ er Wagner-Opern sogar nur für sich alleine aufführen.

Die Innen- und Kriegspolitik überließ Ludwig II. während seiner Regentschaft weitestgehend seinen Ministern. Im Mai 1866 unterschrieb der Monarch den Mobilmachungsbefehl, der besiegelte, dass Bayern an der Seite Österreichs in den Deutschen Krieg von 1866 gegen die Preußen eintrat. Nach seiner Unterschrift kümmerte er sich lieber wieder um seine Leidenschaften für die Kultur und traf sich mit Richard Wagner. Wer jetzt aber meint, dass sich Ludwig nicht für seine Amtsgeschäfte interessierte und sie vernachlässigte, liegt falsch. Er sorgte für eine reibungslose Kommunikation mit seinen Ministern und versah die Anfragen und Dokumente, die er von ihnen erhielt, immer wieder mit Anmerkungen und Empfehlungen. Bei Ernennungen und Gnadengesuchen bestand er außerdem darauf, das letzte Wort zu haben.

Überraschend verlobte sich Ludwig II. am 22. Januar 1867 mit der ein Jahr jüngeren Sophie in Bayern, einer Schwester der österreichischen Königin Elisabeth, die er seit der Kindheit kannte und kurz zuvor bei einem Hofball wiedergetroffen hatte. Obwohl die Hochzeitsvorbereitungen am Hofe schnell vorangetrieben wurden, verschob Ludwig die Heirat in der Folge immer wieder und löste die Verlobung schließlich im Oktober 1867 wieder auf. Über die Gründe dafür kann nur spekuliert werden. Zum einen galt sein Interesse am anderen Geschlecht als eher gering und zum anderen soll Sophie sich bereits kurz nach ihrer Verlobung in jemand anderes verliebt haben. Im Jahre 1870 unterschrieb Ludwig II. widerwillig den sogenannten Kaiserbrief, womit er die Erhebung des Preußenkönigs Wilhelm I. zum Deutschen Kaiser akzeptierte. In den Folgejahren zog sich der Monarch immer mehr aus der Öffentlichkeit zurück und lebte zurückgezogen auf seinen Schlössern.

Die prächtigen Schlossbauten Ludwigs hatten den Märchenkönig mit der Zeit immer weiter verschuldet. Außerdem hatten seine Minister inzwischen Schwierigkeiten den König für Unterschriften überhaupt zu erreichen, da sich der menschenscheue Monarch zunehmend in die Einsamkeit von abgelegenen Berghütten zurückzog. Als das Ministerium dem König einen Kredit für ein weiteres Schlossprojekt versagte, kam es zum Streit, an dessen Ende Ludwig am 9. Juni 1886 entmündigt wurde. Zuvor erklärten einige Ärzte ihn, auf Betreiben der Regierung, für „geisteskrank“ und „unzurechnungsfähig“. Da es aber nie zu einer persönlichen Untersuchung kam, sondern diese Diagnose alleine auf Zeugenaussagen beruhte, darf sie mehr als angezweifelt werden. Am 11. Juni 1886 erschien eine Kommission auf Schloss Neuschwanstein, nahm Ludwig II. in Gewahrsam und brachte ihn ins Schloss Berg an den Starnberger See. Am darauffolgenden Tag unternahm er mit seinem Arzt Professor von Gudden einen Spaziergang, von dem beide nie zurückkehrten. Man fand ihre Leichen später am Ufer des Sees. Um die Todesursache ranken sich bis heute zahlreiche Mythen. Der offiziellen Darstellung nach, wollte von Gudden Ludwig II. am Selbstmord hindern und kam dabei selbst zu Tode. Was genau passiert ist, wird wohl nie herauskommen. Ludwig II. wurde am 19. Juni 1886 in der Gruft der Michaeliskirche in München bestattet.

König Ludwig II. war ein verträumter und romantischer Monarch, der sich insbesondere um die kulturelle Entwicklung Deutschlands im späten 19. Jahrhundert verdient gemacht hat. Die Prachtschlösser die er errichten ließ, gehören heute zu den bedeutsamsten Sehenswürdigkeiten Deutschlands. Insbesondere Schloss Neuschwanstein gilt auf der ganzen Welt als Sinnbild der Romantik und wurde jüngst bei einer Umfrage der Deutschen Tourismus Zentrale unter ausländischen Deutschlandurlaubern zur Top-Attraktion Nummer 1 unseres Landes gekürt. Auch auf dem Gebiet der Förderung neuer Technologien tat sich Ludwig hervor. Er gründete wissenschaftliche Institute und die heutige Technische Universität in München. Für viele Menschen gilt der in Bayern liebevoll „Kini“ (bayerisch für König) genannte Monarch als der Inbegriff der guten, alten Zeit. Ludwigs Leben wurde des Öfteren verfilmt und in Bayern gibt es sogar diverse, aktive König Ludwig-Vereine. Seine Beliebtheit scheint von Jahr zu Jahr zuzunehmen und seine Schlösser werden jährlich von Millionen Menschen besucht. Um sein Leben und sein Sterben ranken sich viele Mythen, sicher ist jedoch, dass Ludwig II. immer in den Herzen der Menschen und in Erinnerung bleiben wird.


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