Ausflugsziele

Ausflugsziele rund um Oy-Mittelberg.

Schloss Linderhof

Das Schloss Linderhof steht in der oberbayerischen Gemeinde Ettal und wurde im Auftrag des Märchenkönigs Ludwig II. zwischen 1870 und 1886 errichtet. Die „Königliche Villa“, wie das Schloss auch genannt wird, ist das kleinste Schloss von Ludwig II., gilt aber zugleich auch als sein Lieblingsschloss, in dem er sich mit Abstand die meiste Zeit aufhielt. Das Schloss und die wunderschöne Gartenanlage stehen für Besucher offen.

Entstehungsgeschichte

Die ersten Planungen für das Schloss Linderhof entwickelte der beliebte bayerische Märchenkönig Ludwig II. im Jahre 1868. Zunächst jedoch kümmerte er sich verstärkt um die Realisierung seines,  von außen an eine prächtige Ritterburg erinnernden, Schlosses Neuschwanstein, das bei Füssen im Allgäu steht. Schloss Linderhof plante er als kleines Refugium, inspiriert durch die, vom französischen König Ludwig XIV. in der Nähe von Versailles errichtete, Pavillonanlage von Marly. Ursprünglich befand sich dort, wo heute das Schloss Linderhof steht, ein einfaches Bauernhaus aus Holz, das Ludwigs Vater Maximilian II. als Jagdsitz diente. Ab 1869 ließ Ludwig II. dieses sogenannte Försterhäuschen zum Königshaus ausstaffieren und erweitern. Er engagierte den Architekten Georg von Dollmann, der den ursprünglichen Bau zunächst um einen Ostflügel erweiterte. Im Jahre 1871 wurde dann ein Westflügel hinzugefügt und es entstand ein königliches Schlafzimmer, das Ost- und Westflügel miteinander verband. Durch die neu entstandene U-förmige Anlage war das ursprüngliche Königshäuschen quasi überflüssig geworden. Da König Ludwig II. aber emotional an diesem Bauwerk hing, ließ er es zunächst nicht abreißen. Stattdessen wurde es ab 1873 an seinen heutigen Standort – circa 200 Meter westlich des Schlosses – versetzt. Zuvor war die Anlage um Steinfassaden im Rokokostil und um ein Dach ergänzt worden. Mit der Errichtung der Südflanke, bildete Linderhof schließlich eine kompakte Schlossanlage. In den Jahren 1885 und 1886 erfolgte die letzte Baumaßnahme, als der österreichische Architekt Julius Hofmann das Schlafzimmer zu einem 30 x 27 Meter großen Raum erweiterte. Die Fertigstellung seines Schlafzimmers erlebte König Ludwig II. allerdings nicht mehr, da er zuvor unter mysteriösen Umständen am Starnberger See zu Tode gekommen war. Schloss Linderhof ist ein Bauwerk, das Ähnlichkeit mit typischen Lustschlössern des 18. Jahrhunderts aufweist. Anleihen aus dem bayerischen Rokoko, die an die Münchner Residenz oder Schloss Nymphenburg erinnern, sind ebenfalls nicht von der Hand zu weisen. In der Gesamtstruktur ist es jedoch ein eigenständiges Bauwerk, ohne konkrete Vorbilder. 

Die Innenräume

Wie alle Schlösser von König Ludwig II. ist auch Schloss Linderhof prunkvoll mit allerlei Gold, Samt und Kunstschätzen ausgestattet und luxuriös eingerichtet. Die größten Räume des Schlosses sind das Schlafzimmer und der beeindruckende Spiegelsaal. An den Entwürfen für die Innenausstattung arbeitete unter anderem der Theatermaler Christian Jank mit, der auch für die Gestaltung von Schloss Neuschwanstein verantwortlich war. Alle Räume des Schlosses sind überreich im Stil des Neorokoko gestaltet worden; kaum eine Wand oder eine Decke wurde nicht dekoriert. Sehenswert ist das Speisezimmer des Schlosses, das ein seltenes „Tischleindeckdich“ enthält. Durch eine Mechanik konnte König Ludwig II. den Tisch im Speiseraum eine Etage tiefer nach unten in die Küche lassen, wo sein Personal ihn deckte und wieder zu ihm hinauf schickte. So konnte der als menschenscheu geltende Monarch in Ruhe speisen, ohne sich mit seiner Dienerschaft umgeben zu müssen. In vielen Details im Schloss Linderhoh spiegelt sich die Verehrung von König Ludwig II. für das französische Königshaus wider. So findet man hier Gemälde, die Szenen aus dem Leben am Hofe von Versailles darstellen oder verschiedene Gemälde mit Porträts französischer Adliger. Auch das königliche Schlafzimmer drückt diese Verehrung aus, denn es ist an den Schlafraum des französischen Sonnenkönigs Ludwig XIV. angelehnt, wenngleich es in anderen Farben gestaltet wurde und sich auch von der Form her unterscheidet. Sehenswert sind im Schloss Linderhof des Weiteren auch die beiden Gobelinzimmer, deren überreiche Pracht jeden Besucher in Staunen versetzen dürfte.

Der Schlossgarten

Mit der Planung und Gestaltung des Schlossgartens beauftragte Ludwig II. den bayerischen Hofgärtner Carl von Heffner, der von seinem Vater Maximilian II. gefördert worden war und eine umfassende Ausbildung an renommierten Stätten der Gartenkunst genossen hatte. Der Märchenkönig war am Ende so begeistert von der Arbeit von Heffners, dass er ihm 1877 den persönlichen Adel verlieh. Der formale Garten, der rund um das Schloss angelegt wurde, vereint Anleihen aus Barock- und Rokokogärten in sich. Diesen Ziergarten umgibt ein weitflächiger Park, der mit seinen Baumgruppen und verästelten Wegen an typische englische Landschaftsgärten erinnert.

Den Schlossgarten Linderhof schmücken zahlreiche Attraktionen und imposante Parkbauten, die für sich genommen schon attraktive Sehenswürdigkeiten sind. Direkt vor dem Schloss befindet sich ein großer Bassin, ein künstlich angelegtes Wasserbecken, aus dem eine bis zu 22 Meter hohe Fontäne schießt. Sehenswert ist auch die imposante Kaskade vor dem Schlafzimmer des Königs im Nordtrakt. Hier fließt das Wasser über 30 Marmorstufen den Hang herab und ergießt sich in den sogenannten Neptun-Brunnen. Einer der schönsten Parkbauten ist der Maurische Kiosk, ein Pavillon der ursprünglich 1867 auf der Pariser Weltausstellung von den Preußen gezeigt wurde. König Ludwig II. kaufte ihn später auf und ließ ihn unter anderem mit Beleuchtungskörpern, einem Marmorbrunnen und einem edlen Pfauenthron ausstatten. Beeindruckend ist auch das Marokkanische Haus, das farbenprächtig im orientalischen Stil gestaltet und mit reichen Stoffen und edlen Teppichen ausgestattet worden ist. Die Hundinghütte, ein romantischer Blockbau, wurde 1876 in Anlehnung eines Szenenbildes von Richard Wagners „Walküre“ errichtet. Direkt in der Mitte der Hütte steht der Stamm einer beeindruckenden Esche, deren sich nach allen Seiten ausstreckende Äste durch kleine Öffnungen im Dach hindurchgehen. Ebenfalls nach einem Werk Wagners, der Oper „Parsifal“, entstand die „Einsiedelei des Gurnemanz“, eine Einsiedlerhütte die an einer Waldlichtung im Schlossgarten steht. Ganz besonders imposant ist auch die künstliche Venusgrotte, die mit Landschaftsgemälden und Szenen aus der Oper „Tannhäuser“ ausgemalt ist und künstliche Tropfsteine, eine elektrische Beleuchtungsanlage und einen Wasserfall enthält. Schloss Linderhof ist alleine schon wegen dieser beeindruckenden Parkbauten einen Besuch wert. Alle Parkbauten lassen sich allerdings nur im Sommerhalbjahr von innen besichtigen.

Die „Königliche Villa“ Schloss Linderhof ist zusammen mit seiner wunderschönen Parkanlage und den exotischen Parkbauten eine Sehenswürdigkeit von unvergleichlicher Schönheit. Kulturell und geschichtlich interessierte Menschen sowie alle, die sich für König Ludwig II. interessieren, dürfen sich die Besichtigung dieses prachtvollen Schlosses in Ettal nicht entgehen lassen.

Mit Freunden teilen

Verlinke diese Seite auf deine Seite!

Wir nutzen Cookies. Durch die Nutzung unserer Website akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung.