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Schloss Neuschwanstein

Oberhalb von Hohenschwangau, bei Füssen im Allgäu (ca. 30 Min. von Oy-Mittelberg entfernt), steht das weltbekannte Schloss Neuschwanstein. Dieser, im Auftrag des beliebten Märchenkönigs Ludwig II. zwischen 1869 und 1886 errichtete, Prachtbau gehört zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten Deutschlands und wird jährlich von weit mehr als einer Millionen Menschen aus aller Welt besichtigt.

Bei einer Umfrage der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT), die zwischen dem Juli 2012 und dem März 2013 unter ausländischen Deutschlandtouristen durchgeführt wurde, wurde das Schloss Neuschwanstein zur beliebtesten Sehenswürdigkeit des Landes gewählt. Dies zeugt von der großen Faszination, welche das Traumschloss auf seine Besucher ausübt. Das oft als Märchenschloss bezeichnete Neuschwanstein erinnert von außen an eine prächtige Burg aus dem Mittelalter und ist innen drin opulent mit zahlreichen Kunstschätzen und viel Gold und Prunk eingerichtet. Das Schloss, das als ein Hauptwerk des Historismus gilt, sollte Ludwig II. als privates Refugium fernab seines Regierungssitzes in München und als eine Art begehbare Theaterkulisse dienen. Zahlreiche Wandmalereien und Gemälde im Schloss Neuschwanstein zeigen Themen aus der Sagen- und Märchenwelt, die auch in den Werken Richard Wagners häufig vorkamen. König Ludwig II. war ein großer Verehrer und Freund des Komponisten und er widmete ihm das Schloss sogar als Freundschaftstempel. Heute gilt der Prachtbau auf der ganzen Welt als Sinnbild der Romantik. Im Jahre 2007 wurde Neuschwanstein in die Endrunde bei der Wahl zu den neuen sieben Weltwundern gewählt. Das Schloss lässt sich täglich in Form einer etwa 30-minütigen Führung besichtigen. Tickets dafür sind beim Ticketcenter in Hohenschwangau, vor Ort oder online, erhältlich.

Die Geschichte von Schloss Neuschwanstein

Dort wo heute das Schloss Neuschwanstein steht, befanden sich im Mittelalter die zwei kleinen Burgen „Vorderhohenschwangau“ und „Hinterhohenschwangau“, die früher den Adeligen Schwangaus als Domizil dienten. Im 19. Jahrhundert waren diese Burgen zu Ruinen verkommen, als Ludwig II. sie bei einem Ausflug in die Natur erstmals entdeckte. Ludwig II. verbrachte als Sohn von König Maximilian II. und dessen Gattin Königin Marie weite Teile seiner Kindheit und Jugend auf Schloss Hohenschwangau, das dem heutigen Neuschwanstein direkt gegenüber steht und einst der königlichen Familie für viele Monate im Jahr als Residenz diente. Nachdem Ludwig II. im Jahre 1864 als Nachfolger seines verstorbenen Vaters zum König von Bayern geworden war, erinnerte er sich an die zwei Burgruinen und plante an ihrer Stelle ein Schloss im Stil einer alten Ritterburg zu errichten. Bei der konkreten Planung des Bauvorhabens ließ sich der Märchenkönig von zwei Reisen inspirieren, die er im Jahre 1867 machte. Damals besichtigte er zwei Bauwerke - die Wartburg bei Eisenach und das Schloss von Pierrefonds in Frankreich – die seiner Meinung perfekt einer romantischen Darstellung des Mittelalters entsprachen. Dasselbe galt für die Sagen- und Märchenwelten aus den Werken Richard Wagners, deren Motive später auf zahlreichen Gemälden und Wandmalereien im Schloss Neuschwanstein dargestellt wurden.

Nach dem Tod seines Großvaters erbte König Ludwig II. eine beträchtliche Geldsumme, die es ihm ermöglichte, den Bau von Schloss Neuschwanstein zu realisieren. Nach Entwürfen des Münchner Theatermalers Christian Jank, setzte der Architekt Eduard Riedel das Bauvorhaben um. Allerdings änderte und erweiterte Ludwig II. die ursprünglichen Pläne immer wieder, sodass am Ende ein wesentlich größeres und prächtigeres Schloss entstand, als zunächst geplant war. So waren zum Beispiel der Maurische Saal und der Große Thronsaal ursprünglich gar nicht vorgesehen. Durch die ständige Erweiterung der Pläne zog sich die Fertigstellung des Schlosses hinaus; statt im Jahre 1872, wie zunächst geplant, wurde es erst 1886 fertiggestellt. Weite Teile von Neuschwanstein waren aber schon 1884 bewohnbar, sodass der Monarch ab diesem Jahr in das Schloss einzog und bis zu seinem Tode 1886 für insgesamt 172 Tage hier lebte. Da Ludwig II. im Laufe der Jahre einige weitere teure Schlossprojekte realisiert hatte, war er kurz vor seinem Tod hochverschuldet. Ein Umstand, der dazu beitrug, dass er als König abgesetzt und kurz danach sogar entmündigt wurde.  Kurz nach seinem mysteriösen Tod am Starnberger See gab die Nachlassverwaltung des Königs das Schloss Neuschwanstein bereits zur Besichtigung frei, um mit den Eintrittsgeldern die Schulden von Ludwig zu begleichen. Wenn es nach dem Märchenkönig gegangen wäre, hätte die Öffentlichkeit nie Zugang zu seinem privaten Märchenreich erhalten. Die beiden Weltkriege des folgenden Jahrhunderts überstand Neuschwanstein unbeschädigt und heute ist es die wohl berühmteste und beliebteste Sehenswürdigkeit in Deutschland.

Das Schloss und seine Räume

Die Architektur und die Innenausstattung von Neuschwanstein sind vom romantischen Eklektizismus des 19. Jahrhunderts geprägt. Das als romantisches Ideal einer Ritterburg entworfene Schloss besteht aus mehreren einzelnen Baukörpern, die auf der Spitze eines Felsenrückens errichtet worden sind. Die auffälligsten Gebäude des Schlosses sind der 54 Meter hohe, sogenannte Viereckturm, von dessen Aussichtsplattform sich grandiose Ausblicke über das Voralpenland genießen lassen und das Palas, das eigentliche Haupt- und Wohngebäude, in welchem sich sämtliche Prunkzimmer und Prachtsäle befinden. Neben der wunderschönen und künstlerischen Gestaltung nahezu aller Räumlichkeiten, beeindruckt Neuschwanstein auch durch die eingesetzte Technik im Schloss, die ihrer Zeit voraus war. So gab es hier bereits Ende des 19. Jahrhunderts batteriebetriebene Klingelanlagen, automatische Toilettenspülungen, Telefonleitungen und eine Warmwasseraufbereitung für fließendes Wasser.

Die Innenräume von Schloss Neuschwanstein zählen zu den bedeutendsten des deutschen Historismus. Besonders imposant sind die beiden größten Räume - der Thron- und der Sängersaal. Der Sängersaal wurde nach dem Vorbild des Sängersaals der Wartburg konzipiert und mit Themen aus den Werken Lohengrin und Parzival ausgeschmückt. Sofort ins Auge fallen hier die prächtige Galerie und die Sängerlaube, eine durch Arkaden gegliederte Bühne. Der Sängersaal ist heutzutage Schauplatz der alljährlichen Neuschwanstein-Konzerte mit Stars der klassischen Musik. Der 20 mal 12 Meter große Thronsaal wurde nach dem Vorbild der Allerheiligen-Hofkirche der Münchner Residenz gestaltet und zeugt von Ludwigs Selbstbildnis eines Königs nach „Gottes Gnaden“. Der prunkvolle Raum wird an drei Seiten von farbigen Arkadenstellungen umgeben, durch kunstvolle Wandgemälde geschmückt und auf dem Boden von einem riesigen Mosaik geziert. Von der Decke baumelt ein überdimensional großer Leuchter, der die byzantinische Krone darstellt. Auch die Wohnräume des Königs sind überaus sehenswert.

Insgesamt ist Schloss Neuschwanstein ein Bauwerk von einzigartiger Schönheit und Pracht, das man bei einem Urlaub im Allgäu unbedingt gesehen haben muss. Es gibt tiefe Einblicke in das Leben Ludwigs II. und versetzt einen in Bewunderung und Staunen. Die traumhafte Lage inmitten einer malerischen Berglandschaft trägt dazu bei, dass diese Sehenswürdigkeit etwas ganz Besonderes ist.

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